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Entwurfstips   Entwerfen    


    Ladenpassage

    Verwenden Sie niemals einen Radiergummi zum Entwerfen. Der Gesamte Entwurfsprozess muss sichtbar sein, um ständig überprüfen zu können, ob die momentane Lösung auch wirklich die beste ist. Wenn Sie vor lauter Linien nichts mehr erkennen auf dem Papier, legen Sie ein neues Blatt darüber, und Zeichnen Sie den Entwurf durch. Schmeissen Sie auch keine der Skizzen weg, jede könnte Ihnen noch einen heissen Tip wert sein.

    Entwerfen Sie von Innen nach Aussen, und fangen Sie auf keinen Fall damit an die Aussenwände zu zeichnen. Entwerfen Sie lieber die Räume innerhalb des Gebäudes, fangen Sie z.B. mit dem Wohnraum an: Wo gehören die Fenster hin? Wo die Sitzecke? Wo hätten Sie gerne den Essplatz? ...also muss da auch die Küche in der Nähe sein... Erarbeiten Sie sich so das ganze Haus.

    Vergessen Sie nicht, ein Haus ist ein räumliches Gebilde! Versuchen Sie stets dreidimensional zu denken. Das gilt vor allem für Bereiche wie Lufträume, Galerien, Räume unter dem Dach, Dachgauben usw. Eine Treppe ist z.B. ein dreidimensionales Element und keinesfalls eben, wie auf dem Plan gezeichnet. Sie ist die Schnittstelle zwischen den Geschossen, und das darf man auch merken, wenn man sie begeht.

    Verrennen Sie sich nicht zu sehr in eine Idee. Wenn Sie merken, dass Ihr Vorentwurf Sie vor ein (scheinbar?) unlösbares Problem stellt, dann liegt das oftmals daran, das es sich um das falsche Konzept handelt. Bei einem wirklich guten Entwurf fliesst einem alles nur so aus der Hand, alles erscheint sehr einfach und problemlos. Das richtige Konzept erkennt man daran, das der Entwurf funktioniert!

    "Less is more" ist das wahrscheinlich berühmteste Zitat von L. Mies van der Rohe, einem der Wegbereiter der klassischen Moderne. In den meisten Fällen verbessert sich das Ergebnis, indem man den Entwurf auf sein Wesentliches reduziert. Ein guter Entwurf lebt von seinem Grundkonzept und nicht von seinen Schnörkeln.

    Schenken Sie Ihrem Entwurf einen adäquaten Eingang. Eine Eingangstüre sollte nicht nur ein Loch in der Wand mit einer Klappe davor sein. Versuchen Sie die Eingangssituation aus dem Baukörper heraus zu formen, so dass man sieht wo man rein kommt in das Haus. Schliesslich soll Ihr Haus Ihnen ja womöglich ein Leben lang ein Zuhause sein und Sie willkommen heissen.

    Wenn Sie glauben, den Entwurf fertig zu haben, dann legen Sie ihn für drei Tage bis eine Woche weg, und schauen Sie ihn erst danach wieder an. Sie werden staunen! Plötzlich sehen Sie einige Barrieren, die sie bisher daran gehindert haben das Richtige zu zeichnen, deutlich vor sich. Erst jetzt beginnt der eigentliche Prozess des Entwerfens. Selbst sehr erfahrenen Architekten gelingt es nur selten einen stimmigen Entwurf spontan aus dem Ärmel zu schütteln.




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